REDEKER CAMPUS – Erfolgsbeispiel für gezielte Personalentwicklung

Die Sozietät Redeker Sellner Dahs hat 2016 gemeinsam mit SIEBEN&PARTNER eine Trainingsreihe für Associates, Senior Associates und Counsel aufgesetzt. Das Programm umfasst aktuell acht Module von A wie Akquise bis Z wie Zeitmanagement; außerdem Themen wie Konfliktmanagement, Personalführung, Rhetorik und Verhandlungsführung. Alex Sieben hat mit dem betreuenden Partner, Dr. Michael Winkelmüller, über Erfahrungen und Einschätzungen gesprochen.

Redeker Sellner Dahs hat mit REDKER CAMPUS vor fünf Jahren ein neues Format zur Personalentwicklung geschaffen. Was war die Idee dahinter?

Dr. Michael Winkelmüller: Wir haben uns die Frage gestellt, was wir tun können, um unsere Associates in ihrer persönlichen Entwicklung bestmöglich zu unterstützen und zugleich den Austausch über Leadership-Themen fördern können: Wie kann eine wachsende Einheit wie Redeker Sellner Dahs jungen Talenten das richtige Rüstzeug für einen sich wandelnden Markt vermitteln – und das nicht nur auf der fachlichen Ebene, sondern auch auf einer ganz persönlichen Ebene? Ich selbst hatte sehr gute Erfahrungen mit einer externen Fortbildungsreihe zu Kommunikation und Führung gemacht. REDEKER CAMPUS ist für uns außerdem ein wesentlicher Baustein in unserem Personalentwicklungskonzept.

Ich erinnere mich noch gut an unsere ersten Gespräche und die gemeinsame Entwicklung des Programms. Wir haben über die letzten Jahre rund 35 Trainings erfolgreich durchgeführt. Was ist die Rückmeldung der Associates und wie bewerten diese den Nutzen für ihre tägliche Arbeit?
 
Dr. Michael Winkelmüller: Offen gestanden war das Feedback zu Anfang gemischt. Insgesamt wurde unsere Initiative begrüßt, wobei es auch skeptische Stimmen gab. Wir hatten bis dahin rein fachliche Fortbildungen zu Rechtsthemen. Als den Beteiligten klar wurde, dass es nun nicht mehr um reine Wissensvermittlung ging, sondern die Teilnehmer in Übungen und Rollenspielen herausgefordert wurden, kam eine gewisse Aufregung auf. Nach einer Pilotphase haben wir das Feedback strukturiert gesammelt und ausgewertet. Wir haben dann einige Veränderungen vorgenommen, um sicherzustellen, dass das Trainingsprogramm wirklich zu unserer Kultur passt – und die Teilnehmer sich gleichwohl aus ihrer Komfortzone heraus bewegen müssen. Außerdem haben wir das Erwartungsmanagement verbessert, insbesondere den Teilnehmern klarer gesagt, was wir ihnen anbieten und was wir von ihnen erwarten. Das war für uns alle ein Lernprozess. Inzwischen sind die Trainings breit akzeptiert und die Meisten freuen sich auf die Veranstaltungen, weil sie erkennen, dass sie hier die Fähigkeiten weiterentwickeln können, die sie in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung voranbringen: Und natürlich greifen wir auch weiterhin das Feedback der Teilnehmer konstruktiv auf.

Im Lauf der Zeit kam der Wunsch auf, das Programm auch auf Partner auszuweiten. Für uns war klar, dass wir Inhalte und Formate aus den Associate-Trainings nicht 1:1 auf Partner übertragen können. Wir hatten daher den konkreten Bedarf abgefragt und daraus eigene Trainings- und Coachingmodule für Partner entwickelt. Was sind aus Ihrer Sicht auf Partnerebene die größten Hebel in diesem Programm?

Dr. Michael Winkelmüller: Hier fallen mir zwei konkrete Dinge ein: In der von mir geleiteten Praxisgruppe Compliance haben wir einen ganztägigen Workshop durchgeführt, in dem wir unsere Strategie für die Praxisgruppe entwickelt haben. Und wir haben ein Jahresprogramm an internen und externen Projekten erarbeitet und auf den Weg gebracht. Extrem wertvoll dabei war neben einer professionellen Vorbereitung die externe Moderation und eine Analyse, wie sich der Markt entwickelt und was unsere Wettbewerber machen. Das hat uns als Praxisgruppe enorm nach vorne gebracht. Und was ich auch als sehr hilfreich empfinde, sind die Impulse und Hilfestellungen, die wir im Thema „Persönliches Eigenmarketing“ erhalten. Zum einen gelingt es uns als Partner dadurch, unsere persönliche Sichtbarkeit und Vernetzung am Markt zu steigern. Zum anderen können wir als Markenbotschafter aber auch entscheidend dazu beitragen, die Sozietät insgesamt bekannter zu machen.

Aktuell haben wir die Trainings für Associates auf ein virtuelles Format umgestellt. Die ersten zehn Online-Veranstaltungen haben in den letzten Wochen stattgefunden. In der Abwägung Präsenztrainings zu virtuellen Trainings: Wie bewerten Sie das und wie sind die aktuellen Erfahrungen mit dem Online-Format?

Dr. Michael Winkelmüller: Wir sind sehr froh, dass wir uns entschieden haben, auf ein Online-Format zu wechseln. So können wir Kontinuität sicherstellen und auch in dieser besonderen Zeit weiterhin in die Entwicklung unserer Associates investieren. Als besonders positiv bewerte ich, dass Sie in Ihren Online-Live-Trainings viele interaktive Elemente wie z.B. Gruppenarbeit einbauen. Und darüber hinaus profitieren wir davon, dass wir uns von erfahrenen Trainern abgucken können, wie man Online-Meetings effektiv und interessant gestaltet. Das hilft uns sowohl bei unserer internen Arbeit als auch in unserer Zusammenarbeit mit Mandanten.

Nach vier Jahren Redeker Campus ist doch ein guter Zeitpunkt für ein Resümee. Wie fällt das aus?

Dr. Michael Winkelmüller: Insgesamt sehr erfolgreich. Wir machen auf jeden Fall weiter!

Das Interview wurde geführt von

Alexander Sieben ist Diplom Ökonom und Gründungspartner von SIEBEN&PARTNER. Er war lange Jahre in einer namhaften Unternehmensberatung tätig. Dort hat er u.a. den Bereich Marketing und Vertrieb für die Mittelstandsberatung aufgebaut und war im Bereich Business Development tätig. Seine derzeitigen Beratungsschwerpunkte sind Kanzleistrategie, Kanzleimarketing sowie die digitale Transformation von Kanzleien.